Happy Birthday Stadthalle!

BREMEN. Die Eröffnung dauerte gleich zwei Tage: Am 31. Oktober und am 1. November 1964 wurde die Stadthalle Bremen nach dreijähriger Bauzeit eröffnet. 50 Jahre und einige Namensänderungen später gibt es sie immer noch – und längst ist sie auch aufgrund ihrer Architektur zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden.

Sie ist 77 Meter lang, 40 Meter breit und 20 Meter hoch. Auf sechs Rängen verteilen sich insgesamt 8000 feste Sitzplätze, der Innenraum ist mit bis 2500 Plätzen variabel bestuhlbar. Zudem sind bei den Umbauarbeiten sieben Logen entstanden. Die Maximale Kapazität der Halle (ohne Bestuhlung des Innenraums) liegt bei 14000 Zuschauern.

„Wir gehören mit bis zu 14.000 Plätzen zu den zehn größten Multifunktionshallen der Republik“, sagt Peter Rengel, Leiter der heutigen ÖVB-Arena nicht ohne Stolz. Schließlich sei es so gelungen „im Becken der großen Fische weiterhin mitzuschwimmen“. Dabei hatte es sowohl beim Bau der Halle sowie beim Umbau vor zehn Jahren zum Teil heftigen Gegenwind gegeben. Anfang der 60er Jahre kritisierten vor allem CDU und FDP die hohen Kosten (20 Millionen Mark). Doch SPD-Fraktionschef Richard Boljahn trieb „sein“ Projekt gegen alle Widerstände weiter voran. Und auch der Umbau 2004 unter der großen Koalition wurde scharf kritisiert. Nicht zuletzt Architekt Roland Rainer befürchtete, dass sein Dachkonstrukt – das größte Hängeseildach Europas mit den prägenden Pylonen an der Vorderseite der Halle – durch den Umbau verloren ginge. Letztendlich wurden die charakteristischen Pylonen erhalten – lediglich das Dach wird von ihnen nicht mehr getragen. Zudem wurde damals bezweifelt, ob eine Kapazitätserhöhung von 10.500 auf 14.000 wirklich nötig sei – schließlich kostete der Umbau inklusive Foyer 47 Millionen Euro.

„Wenn wir damals nicht umgebaut hätten, wären viele Veranstaltungen gar nicht mehr nach Bremen gekommen“, sagt der ehemalige Stadthallen-Chef Claus Kleyboldt. „AC/DC, Peter Maffay mit Tabaluga, Rammstein, Joe Cocker, die Night Of The Proms oder wie zuletzt Helene Fischer hätten wir dann in Bremen nicht live erleben können“, so Kleyboldt weiter. Der ehemalige Geschäftsführer glaubt, dass solche Veranstaltungen für das Leben in einer Stadt sehr wichtig seien, zumal man damit als Oberzentrum auch viele Menschen von außerhalb anlocken würde, die sonst wohl nach Hamburg oder Hannover fahren würden.

Bis ins Jahr 2000 war die Hansestadt erste Anlaufstelle für Internationale Acts gewesen, da sie im Norden die größte ihrer Art war. Die Rolling Stones, Queen, Abba und Eric Clapton kamen nach Bremen und mit ihnen viele Besucher. Auch aus Hamburg und Hannover. Erst als in Hannover zur Expo 2000 eine große Multifunktionsarena sowie zwei Jahre später in Hamburg eine große Halle gebaut wurden, geriet man plötzlich ins Hintertreffen. Also wurde umgebaut, 3800 weitere Sitzplätze geschaffen.
„Gut aufgestellt“

Zwar kann man mit Hamburg in Sachen Aufgebot an internationalen Stars nicht mithalten, dennoch sieht man sich in Konkurrenz zu Städten wie Hannover oder Kiel durchaus gut aufgestellt. „Alle großen deutschen Stars, ob aus der Musik oder dem Comedy-Bereich, gastieren regelmäßig bei uns. Zudem sind wir mit den vielen Sportveranstaltungen sowie den Eigenveranstaltungen Sixdays, Holiday On Ice und der Musikschau der Nationen sehr gut aufgestellt“, so Rengel. Hans Peter Schneider, Geschäftsführer der Messe Bremen und der ÖVB-Arena ergänzt: „Wenn wir die Halle 7 und das Messegeschäft hinzunehmen, kommen wir durchschnittlich auf etwa eine Million Menschen pro Jahr. Das ist ein sehr guter Wert und wichtig für die Stadt, da etwa 65 Prozent der Besucher von außerhalb kommen.“

Vor allem werde die zentrale Lage im Zentrum der Stadt sehr geschätzt, zumal neben der guten Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz auch zahlreiche Parkplätze sowie ein Parkhaus direkt auf der Bürgerweide zur Verfügung stehen. Mit dem 2004 getätigten Umbau kamen dann auch neue Namen ins Spiel. Nach AWD-Dome und Bremen Arena ist es nun die ÖVB-Arena. Auch wenn es für die meisten Bremer wohl weiterhin die Stadthalle bleiben wird.

Text: Martin Märtens
Foto: Jan Rathke

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