Spendenprojekte zu Weihnachten

Das Fest der Liebe und Fürsorge steht vor der Tür. Die Stadt ist voll mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die Geschenke für ihre Liebsten besorgen. Einige Bremer Organisationen, Institutionen sowie Privatpersonen haben sich Gedanken gemacht, wie man Menschen zu Weihnachten beschenken kann, an die keiner denkt oder die sich keine Präsente leisten können. Für schlummernde Wohltäter werden hier einige Bremer Projekte vorgestellt.

Geschenke in Schuhkartons sorgen für leuchtende Kinderaugen

Stephanie Waligora organisiert in diesem Jahr zum nunmehr neunten Mal das erfolgreiche Projekt „Weihnachten im Schuhkarton für die Suppenküche Wilder Westen“.

„Vor neun Jahren hörte ich beim Einkaufen im Supermarkt, wie eine Mutter ihrem Kind sagte, dass sie ihm keinen Joghurt kaufen könne, weil dafür das Geld nicht reiche“, erinnert sich die Mutter einer neunjährigen Tochter. Dieses Erlebnis habe Waligora damals vor Augen geführt, dass „nicht nur in Dritte-Welt-Ländern Armut herrscht, sondern auch direkt vor unserer Tür“. Im Gespräch mit einer Freundin reifte dann die Idee heran, Schuhkartons mit Spielzeug und Kleidung zu füllen, weihnachtlich zu verpacken und an bedürftige Kinder zu spenden.

Als klar war, wie das Engagement aussehen soll, wandte sich Waligora an die Bremer Tafel, die wiederum den Kontakt zur Suppenküche „Wilder Westen“ in Gröpelingen herstellte. Zufall oder Schicksal? Immerhin ist die heute in Stuhr lebende Waligora in diesem Stadtteil aufgewachsen und sagt: „Es ist schön, dass ich in Gröpelingen helfen kann – es ist ein Stück Zuhause.“

Im ersten Jahr von „Weihnachten im Schuhkarton für den Wilden Westen“ sprach sich die Initiative Waligoras in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis schnell herum, so dass zum Auftakt etwa 80 Geschenkpakete für Kinder aus sozial schwachen Familien in der Suppenküche verteilt werden konnten.

In den vergangenen Jahren waren es bereits um die 200 Pakete, die Waligora – mit nunmehr einigen fleißigen Helferinnen – zur Suppenküche bringen konnte. „Das Schneeballsystem funktioniert hervorragend: Zu unseren Spendern gehört auch ein Spielwarengeschäft aus Groß Mackenstedt, das uns original verpacktes Spielzeug zur Verfügung stellt und Spendengelder sammelt, die ebenfalls an die Suppenküche gehen“, erzählt die 42-Jährige stolz.

Auch in diesem Jahr hofft die fleißige Spendensammlerin auf zahlreiche bunt gefüllte Schuhkartons. Alle, die bei der Aktion mitmachen wollen, sollten darauf achten, ob die Geschenke für Mädchen oder Jungen und für eine bestimmte Altersgruppe gepackt werden. Diese Angaben dann mit einer leicht zu entfernenden Haftnotiz auf dem Paket vermerken. Gebrauchte Kleidung und Spielzeug sollte sich in sehr gutem Zustand befinden. Zudem sollten gebrauchte Kleidungsstücke gewaschen sein.

Noch bis zum 7. Dezember können die in Geschenkpapier verpackten Kartons bei Waligora abgegeben werden. Ihre Adresse erfahren potenzielle Helfer unter der Telefonnummer 396 83 97.

Bremer Tafel freut sich über jede helfende Hand

Fürsorglich kümmern sich die Mitarbeiter des gemeinnützigen Vereins „Bremer Tafel“ um täglich bis zu 350 Menschen. Nicht nur in der Vorweihnachtszeit, sondern das ganze Jahr über versorgt die Bremer Tafel hilfsbedürftige Personen und Familien. „Wir haben Brot, Kuchen, Obst und Gemüse, sowie eine Sonderabteilung in der Schokolade oder Cornflakes liegen“, erzählt Vereinsmanger Andreas Schröder, der die Arbeit der Bremer Tafel von der Zentrale in Hemelingen aus steuert. Kommt man in die Filiale, so fühlt man sich wie in einem kleinen Supermarkt. Es gibt mehrere Gänge, an denen verschiedene Lebensmittel vorrätig sind. „Die Atmosphäre soll so angenehm wie möglich für die Bedürftigen sein“, so der 45-Jährige. Und das gelingt den vielen, zum Teil langjährigen, Mitarbeitern, durch einen lockeren Umgang und Spaß bei der Arbeit.

Möglich ist die Arbeit der Bremer Tafel aber nur durch Spenden und ehrenamtliche Hilfen. „Wir leben einzig und allein von Spenden“, so Schröder. Denn der Verein wird nicht durch öffentliche Gelder bezuschusst. Leider seien die täglichen Spenden, die zum Großteil von Supermärkten kommen, derzeit rückläufig, bedauert Schröder. Viele Produkte werden kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums zum Sonderpreis verkauft. „Dies waren früher die Lebensmittel, die wir bekommen haben“, so der Manager.

Private Essensspenden darf der Verein, aufgrund von Bestimmungen der Gesundheitsbehörde, nicht annehmen und ist daher auf gewerbliche Nahrungsmittelspenden angewiesen. Privatpersonen können aber mit einer finanziellen Spende den Verein unterstützen. Ebenso können Interessierte ehrenamtlich tätig werden. „Wer Lust hat zu helfen, kann auch ohne vorherige Anmeldung vorbeikommen. Nach einem kurzen Einstellungsgespräch, besteht die Möglichkeit einen Arbeitstag der Ehrenämtler zu begleiten und sich ein Bild davon zu machen“, sagt Schröder. Die Arbeit besteht entweder aus dem Abholen von Lebensmitteln oder dem Einsortieren der Waren für die Essensausgabe.

Spenden für die Bremer Tafel an „Sparkasse Bremen“
IBAN: DE372905010100111526464, BIC: SBREDE22XXX.
Die Zentrale der Bremer Tafel sitzt in der Brauerstraße 13 und hat montags bis freitags von 13 bis 15.30 Uhr geöffnet. Weitere Infos gibt es telefonisch unter 434 19 65 oder unter www.bremertafel.de.

JVA Weihnachtstüten-Aktion

Im Jahr 2000 rief der katholische Gefängnispastor Richard Goritzka die Weihnachtstüten-Aktion für die Insassen der JVA ins Leben. Für die Insassen werden Tüten aus Lebensmitteln zusammengestellt. Früher gab es in den Tüten auch Geschenke wie Tabak, doch aufgrund der Suchtgefahr wurden diese rausgenommen. Peter Arenz, evangelischer Gefängnisseelsorger, und Goritzka geben ein Sortiment vor, dass Bremer für rund acht Euro kaufen und an die JVA Oslebshausen schicken können. Der Inhalt soll für alle gleich sein, damit kein Neid aufkommt. “Die Resonanz nahm in den letzten Jahren immer mehr zu”, freut sich Arenz, der das Projekt seit 2001 mit führt.

“Weihnachten ist eine sensible Zeit im Jahr, auch für die Gefangenen”, beschreibt Arenz. Einige bekommen Hafturlaub oder Besuch, doch viele haben niemanden mehr, der sich um sie kümmert. “Aus diesem Grund wollten wir den Gefangenen etwas Gutes tun”, sagt Arenz “Die Gefangenen sind zum Teil sehr gerührt und wollen sich am liebsten persönlich bei dem Spender bedanken”, erzählt Arenz. Die meisten Danksagungen laufen entweder über ihn oder über seinen katholischen Kollegen Goritzka ab oder der Gefangene bedankt sich mit einer Postkarte.

Wer ebenfalls Gefangene glücklich machen und das Projekt unterstützen möchte, hat noch bis zum 13. Dezember Zeit dafür. Zum Inhalt der Tüten sollten zählen: 1 Glas (200 Gramm) löslicher Kaffee, 1 Päckchen Tee (Beutel), 1 Kilogramm Zucker, 2 Tafeln Schokolade (keine Nuss-Schokolade!), 1 Beutel Lebkuchenherzen, 1 Marzipanbrot und eine Grußkarte (ohne vollständige Namensangabe!). Zudem ist für alle Spender wichtig, dass kein Alkohol in der Schokolade sein und die Geschenke nicht mit Geschenkpapier eingepackt werden dürfen.

Die Spende ist beim evangelischen Informationszentrum “Kapitel 8″, Domsheide 8, abzugeben. Weitere Informationen gibt es telefonisch unter 3378220 oder per E-Mail an Adresse kapitel8@kirche-bremen.de. Die Öffnungszeiten des evangelischen Informationszentrums sind montags bis freitags von 12:30 bis 18.30 Uhr und samstags von 11 bis 14 Uhr.

Freiwillige für den St. Stephani Sonntagstreff

Helfen tut gut – ist das Motto des neuen Flyers des St. Stephani-Sonntagstreffs. Freiwillige Helfer machen diese Erfahrung am Sonntagnachmittag von 14 bis 18 Uhr. Sie engagieren sich im Gemeindehaus im Stephanikirchhof 8 für arme, bedürftige und wohnungslose Menschen.
Die Gäste des Sonntagstreffs suchen Gemeinschaft, möchten Kaffee trinken, Suppe essen oder klönen und spielen. „Das wird jeden Sonntag von einem motivierten Team vorbereitet und begleitet. Über neue Freiwillige in unserem Helferteam würde ich mich freuen – besonders für den Heiligen Abend“, sagt Pastorin Ulrike Krusch-Jung von der St. Michaelis-St. Stephani Gemeinde. Sie unterstützt als Hauptamtliche seit August den Sonntagstreff.

Die Helfenden suchen sich einige Sonntagnachmittage im Jahr für ihren Einsatz selbst aus. Sie gehen auf die Gäste ein und bewirten diese. Sie arbeiten in der Küche mit oder betreuen die Kleiderkammer. Im Sommer organisieren die Helfer ein Fest und gestalten im Dezember die Weihnachtsfeier.

Für die Weihnachtsfeier am 24. Dezember benötigt der Sonntagstreff von 17 bis 22 Uhr weitere Freiwillige. „Es ist auch am Heiligen Abend ein gutes Gefühl durch ein Essen, Kaffee und Kuchen für Wohnungslose oder arme Menschen einen Teil meines eigenen Wohlstandes weiterzugeben“, sagt Thorsten Stange, der in diesem Jahr zusammen mit seiner Frau Martina Rickert den Helferkreis koordiniert.

Der Sonntagstreff wurde vor über dreißig Jahren in der St. Stephani-Gemeinde gegründet. Mittlerweile helfen Menschen aus anderen Bremer Stadtteilen mit. Thorsten Stange wohnt in Rönnebeck und ist sonntags gern im Stephaniviertel aktiv, „Wir sind offen für neue Helfer, die am Sonntagnachmittag oder am Heiligen Abend etwas Sinnvolles machen möchten. Wenn Sie in unserer Kleiderkammer mithelfen oder auf die Gäste unseres Sonntagstreffs eingehen, leisten Sie einen wichtigen Dienst.“

Weitere Informationen gibt Pastorin Ulrike Krusch-Jung unter der Telefonnummer 69 49 380 oder per E-Mail an u.krusch-jung@t-online.de.

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