Stefan Gwildis präsentiert sein aktuelles Album mit sechsköpfiger Band im Musical-Theater

 

Von Martin Märtens

 

Mit perlendem Wurlitzer-Piano und flirrender Hammond, mit knurrenden Bässen und fetten Bläsersätzen – Stefan Gwildis hat mit „Alles dreht sich“ ein Album gemacht, das sich inhaltlich seinen Alltagsbeobachtungen sowie Gefühlen und musikalisch komplett dem Soul widmet.

 

Worum geht es auf Ihrem aktuellen Album?

Es hat vor allem eine Menge mit Soul zu tun. Das Album ist sehr persönlich und emotional, behandelt aber auch politische Geschichten und grundsätzliche Fragen des Lebens. Ein Song heißt „Wo wir hingehen“. Darin geht es um die Mutter eines Freundes, die kurz vor ihrem Tod anfängt Fragen zu stellen, die sie früher nie gestellt hätte. Was passiert eigentlich wenn man stirbt? Wohin geht es dann? Wie sieht es dort aus?

 

Okay, gehen wir auf einzelne Songs ein. Worum geht es in „Doppelhaushälftenherz“?

Darin geht es um einen Tiefkühlkostfahrer, der den Speckgürtel einer Stadt beliefert und dem dabei eine Familie besonders auffällt. Vornehmlich natürlich die Frau in der Familie …

 

„Handvoll Liebe“?

Das ist der Versuch einer Rezeptur, wie man in diesem Land mit den politischen Dingen sowie dem Zusammenwachsen von verschiedenen Religionen umgehen könnte.

 

Und bei „Mein Meer“?

Der Song ist eine Liebeserklärung ans Meer. Diese archaische Kraft, die einem entgegenkommt, wenn man am Meer steht, egal ob es stürmt oder die See ruhig ist. Und irgendwie spürt man doch, dass wir alle daherkommen.

 

Bekannt geworden sind Sie durch deutschsprachige Cover-Versionen berühmter englischsprachiger Songs. Mittlerweile ist alles selbst geschrieben?

Genau. Ich habe dabei aber natürlich Hilfe, zumeist von alten Bekannten, die ich zum Teil noch aus der Schulzeit kenne.

 

Wie entsteht bei Ihnen ein Song?

Das ist natürlich ganz unterschiedlich, aber die Ideen dafür können überall entstehen. Ein Paradebeispiel ist das Gespräch in einem Imbiss am Nachbartisch, Sachen die einem selbst passieren oder von denen einem der Freund erzählt, wie bei „Wo wir hingehen“. Es ist das Alltägliche, was in unseren Songs auf sehr emotionale Weise verarbeitet wird.

 

Wie bringen Sie das bei Ihrer aktuellen Tour live auf die Bühne?

Mit sechs Musikern – Schlagzeug, Gitarre, Bass, Keyboard sowie zwei Bläsern – und mir natürlich. Es werden also sieben Leute auf der Bühne sein und ein Soul-Konzert geben.

 

Früher war eines Ihrer Markenzeichen die Arbeitsschuhe, die Sie fast immer trugen. Sie scheinen jetzt Trekking-Schuhen gewichen zu sein …

(lacht) Nur vorübergehend. Die lüften gerade aus, hatte sie aber gestern noch an, als ich bei meinem Auto neue Reifen aufgezogen habe.

 

 

 

24. Februar, 20 Uhr, Musical Theater