Wolfgang Ahrens (links) und Rudolf Robrahn mit dem Plan der Osterwiese die vom 18. März bis 3. April auf der Bürgerweide stattfindet.

 

Für viele Schaustellerfamilien bedeutet sie den Auftakt zur Jahrmarktssaison: Die Bremer Osterwiese. Zwei Wochen, jeweils rund um Ostern, findet das Familienfest, das lediglich am Karfreitag geschlossen ist, auf der Bürgerweide statt. Der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Bremer Märkte, Wolfgang Ahrens, sowie der Vorsitzende des Bremer Schausteller Verbandes, Rudolf Robrahn, sprechen im Interview über die Wichtigkeit des Wetters, die Sicherheitsmaßnahmen nach den Anschlägen von Paris sowie eine absolute Neuerung auf der diesjährigen Osterwiese.

 

Von Sarah Lütjen und Martin Märtens

 

Wie wichtig ist die Osterwiese für die Schausteller?

Robrahn: Enorm wichtig, die Osterwiese stellt für uns den Saisonauftakt dar. Wenn der aus unserer Sicht gut verläuft, gehen wir auch wohlwollend und unter guten Vorraussetzungen in die Saison.

 

Wie wichtig ist das Wetter?

Ahrens: Das Wetter ist das „A“ und das „O“ für die Osterwiese. Schließlich haben wir eine Freiluftveranstaltung. Deshalb sind wir froh, dass es eine lange Veranstaltung ist. Wenn man bei einem Drei-Tages-Event zwei Tage schlechtes Wetter hat, kann man den kompletten Event vergessen. Bei einer 17 Tage dauernden Osterwiese hingegen, lassen sich auch zwei bis drei Schlecht-Wetter-Tage noch kompensieren.

Robrahn: Ein kleines Plus haben wir dadurch, dass wir uns hier im Norden befinden. Die Bremer sind nicht ganz so wetterfühlig wie die Süddeutschen und gehen auch schon mal mit Regenjacke raus.

 

Die Osterwiese liegt in den Osterferien. Ein Vorteil oder ein Nachteil für Sie?

Robrahn: Mittlerweile ist das ganz klar ein Vorteil. Gerade in Zeiten von Ganztagsschulen.

 

Wie sind die Preise in diesem Jahr?

Robrahn: Das Preisniveau, speziell auf der Osterwiese ist in den vergangenen Jahren sehr stabil geblieben. Wir versuchen darauf zu achten, das volkstümliche des Festes zu erhalten. Es soll letzten Endes für alle erschwinglich sein.

 

Es ist oftmals zu vernehmen, dass Sie sich mehr Unterstützung von Seiten der Stadt wünschen würden.

Robrahn: Was mich schon seit Jahren stört, ist, dass man bei Osterwiese, Freimarkt und Weihnachtsmarkt vorausgesetzt hat, dass es sich dabei um Selbstläufer handelt. Anstatt uns zu unterstützen, versucht man noch mehr aus unseren Veranstaltungen herauszuziehen, während andere Einrichtungen durch Subventionen zum Teil künstlich am Leben gehalten werden. Letztlich sollte doch die Stadt dafür sorgen, dass auf der Bürgerweide und nicht an den Volksfesten Geld verdient werden kann.

Ahrens: Die Volksfeste, vor allem der seit 1035 bestehende Freimarkt, sind aus meiner Sicht ein Stück Bremer Kultur. Als Aushängeschild werden die Feste genutzt, Zuschüsse gibt es aber keine. Einzige Ausnahme bildet der Freimarktsumzug.

 

Haben die Anschläge vom 13. November in Paris Auswirkungen auf die Osterwiese?

Ahrens: Was man ganz sicher nicht machen darf, ist in Hysterie zu verfallen. Die Bedrohung ist ja nicht größer geworden, sie wurde uns nur mehr vor Augen geführt. Wir haben 220 Leute, die ständig auf die Marktstraße achten, nämlich die, die dort in den Ständen arbeiten. Wenn man das ein paar Jahre gemacht hat, bekommt man ein Gespür für die Situation und es fällt einem die geringste Kleinigkeit auf. Wir sind zudem mit der Polizei im Gespräch und haben vereinbart, was die Sensibilisierung der Mitarbeiter und Schausteller angeht, das alles, was irgendwie nicht normal anmutet, gemeldet wird. Ohne großes Getöse.

Robrahn: Wir haben eine sehr gute Kommunikation mit der Polizei, unter anderem ein Nottelefon eingerichtet. Und wir haben, wie eben schon angesprochen, die direkten Sensoren vor Ort.

 

Wie setzt sich die Osterwiese zusammen?

Ahrens: Laut Verordnung kann sich jeder beim Stadtamt bewerben. Aus Verbandssicht ist es uns wichtig, dass eine gute Durchmischung mit qualitativ hochwertigen Geschäften dort vertreten ist. Wir würden uns natürlich freuen, wenn möglichst viele Bremer Schausteller vertreten wären.

Robrahn: Es geht uns nicht um Vetternwirtschaft. Die Attraktivität hat auch für uns als Verband höchste Priorität. Dennoch ist ein gewisser Stamm auch für unsere Kunden wichtig, denn er bildet das Fundament einer jeden Veranstaltung. Wir werden uns aber nicht für jemanden stark machen, der sein Geschäft schlecht betreibt, nur weil er Bremer ist. Schließlich leben wir alle von der Attraktivität des Marktes.

 

Worauf freuen Sie sich besonders bei der diesjährigen Osterwiese?

Ahrens: Nach Ostern gibt es auf der Osterwiese unter der Woche in der Regel ein bisschen Flaute. Um diese Zeit ein wenig zu beleben, haben wir eine Hochseiltruppe engagiert, die auf einem Seil das zwischen einem 10 und einem 40 Meter hohem Mast gespannt wird, Kunststücke auf dem Motorrad vorführen wird. Die Artisten treten vom 31. März bis zum 3. April dann zweimal täglich dort auf. Und das Schöne daran: Aufgrund der Höhe ist es praktisch von jedem Platz auf der Osterwiese einsehbar.

 

Weitere Informationen unter www.osterwiese.com