Interview mit Gitte Haenning

Gitte Haenning ist für ihre Wandlungsfähigkeit, Leidenschaft und ihr übersprudelndes Temperament bekannt. Zusammen mit dem Aarhus Jazz Orchestra steht sie am 25. April in der Bremer Glocke auf der Bühne.

Die Big Band beginnt das Konzert mit neuen Arrangements traditioneller dänischer Stücke, bei dem das Publikum geschmackvollen, groovigen Ensemblesound genießen kann. Das Herzstück des Abends ist das gemeinsame Konzert mit Gitte Haenning. Zusammen präsentieren sie liebgewonnene Jazzklassiker und persönliche Favoriten der Sängerin. Egal ob witzig, ironisch, stark oder melancholisch, es ist – wie die Amerikaner sagen – immer „the real thing“.

01/  Wer an Sie denkt, hat gleich das Bild einer starken, mode­bewussten und lebenslustigen Frau vor
Augen. Haben Sie dieses typische Gitte-Image und den modischen Stil gezielt kreiert?

Gitte Haenning:  Nein, absolut nicht, denn ich will und kann mich nicht kostümieren, sondern bin ein Mensch, der ungern Klischees bedient und nehme mir die Freiheit zur Weiterentwicklung. Dazu gehört natürlich auch die Mode – aber ich trage nur, was mir persönlich gefällt, da spricht mir niemand rein. Ich habe mal vor Jahren in einem Interview gesagt, dass ich mich wie einen Clown betrachte. Ich halte diese Rolle für angemessen, da sie mir eine größere Bewegungsfreiheit in der bunten
Palette des Lebens gestattet.

02/  Was meinen Sie damit konkret?

G.H.:  Ich sehe das Leben als Ausdruck von Tragik und Komik, nichts kommt näher an die Wirklichkeit heran. Genau das ist es, was der Clown ausdrückt. Es ist das befreite Lachen, wie auch die sanfte Melancholie, die die Wirklichkeit des Daseins abbildet.


03/
 Diese Lebens­einstellung ist sehr optimistisch und nach vorne gerichtet.

G.H.:  Absolut, nichts ist langweiliger als auf ausgetretenen Pfaden zu wandeln oder in einer verklärten Vergangenheit zu leben. Alles ist im Fluss und jede Zeit hat ihre populären Ausdrucksformen. In den 1960er Jahren war es eben der Schlager, der übrigens nicht generell spießig und schlecht sein muss. Zum Glück bin ich mit mehreren Talenten gesegnet und war in meiner Karriere immer so frei entscheiden zu können, was ich machen möchte. Das ist natürlich auch nur mit finanzieller Unabhängigkeit möglich. Für mich ist es wichtig, dass alles, was ich mache, in seinem Genre künstlerische Qualität besitzt und mir Freude macht. Immer 100 Prozent und das „always with blood, sweat and tears“!


04/
 Während viele populäre Interpreten wie zum Beispiel Robbie Williams oder Paul Young Ausflüge in den Jazz machen, haben Sie ein persönliches Dauer-Verhältnis zu diesem Musikstil.

G.H.:  Ja, schon seit meiner Kindheit umgibt mich Jazz, das habe ich meinem Vater zu verdanken. Ich habe ihm ein Konzert gewidmet, das wir in der Komischen Oper in Berlin 1997 gespielt haben. Das Konzert „Songs for My Father“ haben wir auch als Live-CD veröffentlicht.


05/
  Sie sind fest mit Bremen verbunden, woran liegt das?

G.H.:  Ich bin schon oft in Bremen aufgetreten und ich liebe Stadt, den Weihnachtsmarkt und habe mich auch immer im Parkhotel sehr wohl gefühlt. Ich denke uns verbindet ein hanseatisch-nordisches Band.


06/
 Wie kam es dazu, dass Sie für das Festival jazzahead engagiert wurden?

G.H.:  Die Veranstalter kamen auf mich zu, da das diesjährige Partnerland Dänemark ist. Weil das Aarhus Jazz Orchester ebenfalls verpflichtet wurde, gab es die Idee für dieses gemeinsame Projekt. Ich bin ja in Aarhus geboren und kenne einige Musiker der Band, habe aber bisher noch nie mit dem ganzen Orchester auf der Bühne gestanden. Ich bin sehr neugierig auf das Zusammentreffen und was dabei herauskommt.


07/
 Seit 2001 treten Sie regelmäßig mit Ihrem Jazz-Programm auf und bekommen sehr gute Kritiken.
Auf welche Songs können sich die Bremer am 25. April freuen?

G.H.:  Das Projekt für jazzahead! ist auch für mich ganz besonders, da ich erstmalig mit dem kompletten Aarhus Jazz Orchester auf der Bühne stehe. Zur Zeit erarbeiten wir das Repertoire und Arrangement. Vor dem Auftritt in Bremen werden wir nur ein Konzert als Generalprobe in Dänemark geben. Ich freue mich sehr auf das Konzert in Bremen, wir werden unser Bestes geben, um eine beschwingte und lebendige Show auf die Bühne zu bringen.


Text: Holger Bass

 

 

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2x 2 Freikarten für das Galakonzert.

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