Bremer Soldat koordiniert den Aufbau eines Ebola-Behandlungszentrums in Afrika

BREMEN. Es geht um die Eindämmung der bisher größten Ebola-Epidemie in Westafrika. Die Bundeswehr versucht dabei vor allem logistische und netzwerktechnische Hilfe zu leisten. Seit dem 15. Dezember ist der Bremer Oberstleutnant Ralph Waschki für zwei Monate in Accra im Einsatz – komplett ohne Waffen.

„Als ich davon gehört habe, habe ich mich sofort darauf beworben. Auch wenn ich damals noch davon ausging, dass mein Einsatzgebiet in Liberias Hauptstadt Monrovia, einem der Ebola-Zentren liegt“, sagt Waschki. Jetzt geht es für ihn in die ghanaische Hauptstadt Accra, ein Gebiet, in dem es kein Ebola gibt. Von dort aus koordiniert der 40-Jährige die zivil-militärische Zusammenarbeit. „Ich arbeite Hand in Hand mit einem Logistiker. Zusammen unterstützen wir den Aufbau des Behandlungszentrums.“ Insgesamt 100 Betten stehen dann in einer Art Zeltlager für Patienten bereit. Anschließend unterstützt Waschki die medizinische Versorgung von Ghana aus und hält die Verbindung zum Hauptquartier der UN-Mission im Kampf gegen Ebola. In die direkt von Ebola betroffenen Liberia, Sierra Leone und Guinea muss der dreifache Familienvater aller Wahrscheinlichkeit nach nicht reisen.

In Deutschland ist der Habenhauser im Zentrum für Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr in Nienburg stationiert. Für den studierten Bauingenieur (Studium bei der Bundeswehr), der unter anderem schon in Afghanistan, Uganda und dem Kosovo im Einsatz war, eine überaus sinnvolle Aufgabe. „Wir müssen als Bundeswehr unseren Beitrag im Weltgeschehen leisten. Mit der zivil-militärischen Zusammenarbeit helfen wir den Menschen vor Ort, bilden sie in zivil-militärischer Zusammenarbeit aus und vermitteln oder unterstützen, wie jetzt konkret, im Kampf gegen Ebola. Dabei versuchen wir, zivile Organisationen mit dem Militär zu vernetzen. Denn eines ist klar: In vielen Regionen würde humanitäre Hilfe ohne militärischen Schutz nicht funktionieren“, sagt Waschki.

Militärischer Schutz wird im derzeitigen Einsatzgebiet aller Wahrscheinlichkeit eher weniger gebraucht, dafür mobile, schnell verfügbare Behandlungszentren. Hinzu kommen militärische Logistik wie Flugzeuge, Hubschrauber oder LKW, um die benötigten Materialien zu bewegen.
Während die Lage in den großen Städten derzeit gut einschätzbar ist, gilt es vor allem zu gucken, was im schlecht zugänglichen Hinterland benötigt wird und wie sich die Situation dort darstellt. „Wir versuchen bei Bedarf, vor Ort eine Art mobiler Krankenhäuser aufzubauen“, so der Berufs-Soldat. Dazu arbeitet er mit dem Deutschen Roten Kreuz, dem Technischen Hilfswerk sowie weiterer Organisationen zusammen, um so einen möglichst reibungslosen, schnellen Ablauf zu gewährleisten.

Respekt vor der Aufgabe habe er zwar, aber keine Angst. Das sei, zumindest in einigen Situationen, bei seinen Einsätzen in Afghanistan oder dem Kosovo schon mal anders gewesen. Dass er mit dem Virus in Verbindung kommen könnte, befürchtet der Soldat nicht. Schließlich habe man sich auch deshalb ganz bewusst für Accra als Basis entschieden.
Dass er kurz vor Weihnachten von der Familie getrennt wurde, fand der Oberst-Leutnant alles andere als toll: „Natürlich ist es schöner, an Weihnachten mit der Familie zuhause zu feiern. Aber das ist nun mal mein Beruf und es war mir wichtig, meinen Beitrag zu leisten.“

Weitere Informationen unter www.bundeswehr.de

Text: Martin Märtens

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