Steffen Henssler kommt mit „Hamburg, New York, Tokio – Meine kulinarische Weltreise“ nach Bremerhaven

 

Er hat zwei Restaurants, eine Kochschule, ist als Koch und Restauranttester im Fernsehen unterwegs, Buchautor und tourt mit einer Bühnenshow: Steffen Henssler gehört unzweifelhaft zu den bekanntesten Köchen Deutschlands. Warum das Kochen für ihn so eine große Bedeutung hat, erklärt er im Interview.

 

Von Martin Märtens

 

Hätten Sie gedacht, als Koch einmal so populär zu werden, wie Sie es gerade sind?

(lacht) Nein, das war auch nie geplant. Aber es hat sich irgendwie ganz gut entwickelt.

 

Wie haben Sie eigentlich den Weg vom Herd auf die Bühne gefunden?

Es muss so 2004 gewesen sein. Rainer Sass war ein Fan meiner Küche und reiste damals mit dem roten Kochmobil durch die Lande. Irgendwann fragte er mich, ob ich nicht Lust hätte, eine Show mit ihm zu machen.

 

Von da an ging es mit Ihrer Fernsehkarriere steil bergauf …

Mitnichten. Zunächst bekam ich zwar eine eigene Fernsehshow im NDR, anschließend bin ich zu Vox. Das war auch gleich der erste Flop, den ich mir eingefangen habe. Da habe ich gemerkt, dass das alles nicht ganz so einfach ist. Aber danach ging es tatsächlich peu à peu voran.

 

Kommen Sie bei dem, was Sie derzeit alles machen, noch selbst in Ihren Restaurants zum Kochen?

Selbstverständlich, das ist doch die Basis von allem. Ich kann natürlich nicht jeden Tag da sein, aber wenn man weiß, dass die Fernsehshows in der Regel aufgezeichnet werden, ist auch klar, dass ich dazu noch Zeit habe.

 

Welchen Anspruch haben Sie als Fernsehkoch?

Es geht mir natürlich auch darum, die Menschen wieder mehr zum Kochen zu animieren. Auf der anderen Seite habe ich mich auch der Unterhaltung verschrieben.

 

Wissen Sie noch, woher Ihre Begeisterung fürs Kochen kommt?

Aus der Familie. Meine Großmutter hatte damals schon – übrigens in Bremen – ein Ausflugslokal mit einer Kneipe. Mein Vater ist ja auch gebürtiger Bremer. Er hat dann irgendwann in Hamburg sein eigenes Restaurant aufgemacht. Ich bin also mit Gastronomiebetrieben aufgewachsen, hatte mir vorgenommen, selbst Restaurantleiter zu werden und habe als Basis eine Kochlehre begonnen. Während dieser Lehre ist meine Begeisterung fürs Kochen entstanden.

 

Das Angebot an Fertiggerichten in fast alle Qualitätsstufen ist derzeit riesig. Warum sollte man da noch selber kochen?

Ein Fertigprodukt bleibt ein Fertigprodukt. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, ob er es sich Wert ist, sich an den Herd zu stellen. Das Fertigprodukt wird immer gegen das verlieren, was ich selbst koche.

 

Wenn Sie oder Ihre Starkollegen kochen, sieht das immer sehr leicht aus, man selbst bekommt die gleichen Gerichte in der Regel aber kaum so hin. Worauf sollte Ottonormalverbraucher beim Kochen achten?

Man darf am Anfang nicht übertreiben, sondern sollte mit der Zeit ein Gefühl fürs Kochen entwickeln. Mit kleinen Sachen, zum Beispiel einem Salatdressing, anfangen. Bloß nicht zu Beginn zu schwere Rezepte ausprobieren. Kochen hat viel mit Intuition und Improvisation zu tun. Und nur nicht entmutigen lassen. Wenn es beim ersten Mal nicht gleich klappt, dann eben beim nächsten Mal.

 

Was steht bei Ihnen im November auf der Speisekarte?

Die Martinsgans und viele Kohlgerichte.

 

Was bekommen die Zuschauer bei Ihrer aktuellen Show geboten?

Eine zweieinhalbstündige kulinarische Weltreise wo ich Gerichte zeige, die ich auf meinen Reisen kennengelernt habe. Zudem wird es viel Interaktion mit dem Publikum geben – und natürlich auch die Rezepte der Gerichte aus der Show.

 

25.11. Stadthalle Bremerhaven, 20 Uhr