Bremer Künstler fertigt aus braunen Pulver Lampen-Unikate

Ein Kaffee am Morgen gehört für Fermin Benedi Bayer zum täglichen Ritual. Beim Wegschmeißen des benutzten Pulvers kam dem Kunsthandwerker eines Tages eine Idee: Warum den Kaffeesatz nicht als Werkstoff verarbeiten. Nach einigem Tüfteln und Basteln mit der Modelliermasse entstand seine erste Lampe aus dem dunklen Mehl.

Der Designer Fermin Benedi Bayer schmeißt Kaffeesatz nicht einfach in den Müll, sondern gibt ihm nach dem üblichen Gebrauch eine zweite Chance, verarbeitet in der Form eines Lampenschirms. Die Idee hatte der Bremer schon vor einigen Jahren. Damals entstand seine erste Hängelampe. Andere Projekte und Aufträge hielten den Kreativen aber davon ab, diese Arbeit fortzusetzen. Beim Umzug ins Viertel entdeckte er dann später sein Erstlingswerk in einem Karton wieder. Begeistert von der eigenen Arbeit packte ihn die Lust, weitere Steh- und Tischlampen aus Kaffeesatz zu fertigen. Mittlerweile sind es sieben an der Zahl. „Es dauert seine Zeit, bis ich ein Exemplar fertig habe, je nach Aufwand des Musters zwischen einem und eineinhalb Monaten“, sagt der gelernte Gemüsebauer, der schon immer gern gebastelt hat und kreativ war.

In seiner Werkstatt – auf dem Dachboden seiner Wohnung – fertigt Fermin Benedi Bayer in Handarbeit die Unikate. Wie in einem Café duftet es unter dem Dach aber keineswegs, da bei Aufbrühen alles Aromastoffe ausgespühlt worden sind. Dort verabreitet der deutsch-spanische Designer das krümelige Pulver mit einem schadstofffreien Bindemittel zu einer Modelliermasse. „Ich habe lange mit verschiedenen Mitteln herum experimentiert, bis die Substanz die richtige Konstistenz hatte. Sie ist etwa wie Ton in der Verarbeitung“, soviel verrät der Macher. Welche Zutaten er dem Kaffeesatz beimischt, bleibt sein gut gehütetes Geheimnis.

Beim Anfertigen jedoch, lässt sich der Kreative über die Schulter schauen. Ist die Masse angerührt und geschmeidig, setzt er sie vorsichtig in kleinen Mengen auf einen Ball oder gefüllten Luftballon. So entstehen Stück für Stück geschwungene Muster und Ornamente auf der runden Oberfläche. Manchmal setzt Fermin Benedi Bayer zur Verzierung Glaskugeln und seit neuestem auch Bernstein in die noch weiche Masse ein. Dann heißt es warten, bis die Kaffeepaste getrocknet ist. Brennen im Ofen wie bei Ton ist nicht notwendig. Anschließend greift der Künstler zu grobem Werkzeug. „Ist die Feuchtigkeit raus, ist der Werkstoff wie Holz. Mit einem Bandschleifer, einem Gravurgerät und einem Dremel bekommt die Lampe ihr endgültiges Aussehen.“ Pro Lampe benötigt der Künstler den Kaffeesatz von fünf bis zehn Tagen.

Noch genügt dem Lampendesigner das Pulver aus seinem eigenen Verbrauch. Doch das kann sich bald ändern. Erste Aufträge und Ausstellungsanfragen für seine Lampen, die im leuchtenden Zustand ein schönes Licht-Schatten-Spiel erzeugen, sind bei dem Kunsthandwerker bereits eingegangen. Momentan probiert Fermin Benedi Bayer noch weiter aus und tüftelt an der Konstruktion einer großen Stehlampe.

Seine Arbeit zeigt der Künstlers auf seiner Internetseite Lafunzel.de.

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