Roger Hodgson gastiert im Musical Theater

Supertramp war eine der großen Musikgruppen der 70er und 80er Jahre. Mit Roger Hodgson kommt nun der Songschreiber und die Stimme der Band ins Musical Theater. Im Interview erklärt der 64-Jährige, warum er mit nur einem Musiker unterwegs ist und was die Magie der Supertramp-Songs ausmacht.

01. Sie sind gemeinsam mit nur einem Musiker unterwegs. Was ist der Grund dafür?

Ich mache verschiedene Formate. Mal bin ich mit Band unterwegs, mal mit nur einem anderen Musiker. Zwischen mir und dem anderen Musiker, Aaron Macdonald, entsteht ein wirklich großartiger Sound. Den Leuten gefällt es, die Songs so reduziert und praktisch nackt zu hören – so wie sie sich anhörten, als ich sie geschrieben habe. In diesem Format habe ich auch mehr die Möglichkeit, auf die einzelnen Lieder einzugehen und zu erklären, was mich zu den Songs bewegt hat. So entsteht „eine“ sehr intime Atmosphäre zum Publikum.

02. Welche Songs werden zu hören sein?

Es werden die Songs gespielt, die ich während meines Lebens geschrieben habe – dazu gehören natürlich der Supertramp-Lieder. Sie können davon ausgehen “The Logical song”, „Breakfast in America“, „Dreamer“, „Take the Long Way Home“, „Give a Little Bit“, „It’s Raining Again“, „School“, und „Fool’s Overture“, zu hören. Genauso werde ich auch einiges vom meinem neueren Material spielen – „Lovers in the Wind“, beispielsweise. Und vielleicht sogar ein oder zwei Lieder, die ich bisher noch gar nicht aufgenommen habe.

03. Stört es Sie, dass die meisten Leuten zu Ihren Konzerten kommen um die alten Supertramp-Songs zu hören?

Ich betrachte diese Lieder nicht explixit als Supertramp-Songs, zumal ich die meisten davon ja auch geschrieben habe. „Dreamer”, “Give a Little Bit”, “Breakfast in America”, “It’s Raining Again” und “Parts of Fool’s Overture” stammen alle aus meiner Feder. Ich denke, es ist ein wunderbares Geschenk, dass ich den Menschen geben kann und ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit.

04. Können Sie die Magie der alten Songs erklären?

Für mich sind sie wie alte Freunde, die den Test der Zeit überstanden haben. Sie sind Teile meines Herzens und meiner Lebenserfahrung. Meine besten Songs habe ich geschrieben, wenn ich ganz alleine war. Die Inspiration kam von einem magischen Ort, den ich betrat, wenn ich ganz ruhig in meinen Gedanken war, wenn ich meditierte und meine Spiritualität erwachte. Ich war dann leerer und konnte die Musik, die aus meinem Herzen und meiner Seele kam, besser kanalisieren. Ich zensierte mich nicht selbst, war ehrlich, zerbrechlich und real. Ich habe in dem Moment nicht daran gedacht, wie irgendjemand anderes die Songs finden könnte. Lieder auf diese Weise zu schreiben, ist ein sehr magischer Prozess. Bei vielen Fans habe ich damit einen Nerv getroffen – zumindest haben sie mir gesagt, dass sie das Gleiche gefühlt und erlebt haben, was in den Songs beschrieben ist.

05. Sie haben bei Supertramp die Songs geschrieben. Was fiel Ihnen schwerer, die Musik zu komponieren oder die Texte zu schreiben?

Die Musik ist ganz ohne Aufwand einfach da gewesen, und normalerweise kamen einige Textzeilen zur gleichen Zeit. Den kompletten Text aber zu meiner Zufriedenheit fertig zu stellen, hat dann meist sehr lange gedauert.

06. Die Art und Weise wie Sie singen ist sehr speziell. Wie halten Sie Ihre Stimme in Form?

Viele sagen, dass meine Stimme heute besser klingt als noch vor 30 oder 40 Jahren. Meine Stimme hat immer mein Innerstes reflektiert. Als ich noch mit Supertramp unterwegs war, war ich ein schüchterner, unsicherer und introvertierter junger Mann. Heute bin älter und weiser, weiß viel mehr vom Leben, und das kann man auch an meinem Gesang hören. Ich habe aber auch immer sehr auf mich und meine Gesundheit Acht gegeben.

07. Und der alte Sex, Drugs & Rock’n’Roll Mythos?

Das ist ein Mythos!

08. Erinnern Sie sich eigentlich noch an Ihr erstes Konzert in Bremen?

Allerdings, das war 1979 auf unserer „Breakfast in America“-Tour. Wir spielten in der Stadthalle und die Leute waren enthusiastisch. Ich in sehr glücklich, jetzt noch einmal in Bremen auftreten zu dürfen, zumal ich mich auch noch gut an meinen Auftritt 2008 im Pier 2 erinnern kann. Damals herrschte eine sehr warme und familiäre Armosphäre.

09. Was darf man von Ihrem Auftritt im Musical Theater erwarten?

Die Leute sagen, ich sei eines der großen Geheimnisse im Musikgeschäft. Ich habe viele Fans, die mir von Konzert zu Konzert folgen, weil sie finden, dass ich das Herz, den Geist und die Seele der alten Supertramp-Konzerte zurückbringe. So wurde mir auch der Spitzname „Mr. Supertramp“ zugetragen. Die Songs, die ich performe, sind für mich wie kleine Babies, sie sind ein Teil meiner Lebensreise.

Text: Martin Märtens

Info

Roger Hodgson gastiert am 1. Februar ab 20 Uhr im Musical Theater.