Bremen Magazin testet den Flug-Simulator am Airport Bremen

Mal ganz ehrlich: Wer wollte nicht schon mal im Cockpit eines Flugzeugs sitzen und die Maschine selbst fliegen? Seit kurzem gibt es dazu die Möglichkeit am Airport Bremen – zwar nicht auf einem realen Flug, dafür aber in einem originalen A320-Cockpit. Und dank des Flugsimulators besteht auch keine Absturzgefahr.

Redaktionspraktikant Sebastian muss nicht lange gebeten werden, als er gefragt wird, ob er Lust hätte, den Simulator mal Probe zu fliegen. Schließlich wurde das als Kind bereits auf dem heimischen Rechner schon einige Male geprobt. Und auch unser Begleiter Malte Zeidler erklärt, dass es tatsächlich Ähnlichkeiten zum Computer-Simulatoren gebe. Zeidler ist einer von vier Instruktoren – ein Kapitän und drei angehende Piloten – die die Hobby-Piloten auf ihrem Flug nach Hongkong, Hawaii oder einem der anderen mehr als 1000 Flughäfen begleiten. Wir entscheiden uns, ganz norddeutsch, für die Strecke nach Hamburg.

Nachdem wir im 850 Kilo schweren originalem Flugzeugkopf Platz genommen haben, sehen wir vor uns beim Blick aus dem Fenster den Bremer Flughafen. Wir befinden uns am Anfang der Startbahn. Der Instruktor erklärt die Gerätschaften. Die Pedale unten (ähnlich wie beim Auto) sind zum Steuern der Maschine, solange sie am Boden ist. Der Hebel für den Schub wird erklärt, die Bedeutung der einzelne Instrumente und worauf beim Start zu achten ist. „Wir heben bei einer Geschwindigkeit von 140 Knoten (circa 270 Km/h) und einem Anstellwinkel von 17,5 Grad ab“, so Zeidler. Nach einem kurzen okay geht es auch schon los. Sebastian gibt Schub und man hat tatsächlich das Gefühl, als würde sich der Flieger bewegen. Und tatsächlich: Bei 170 Knoten sowie dem richtigen Winkel hebt die Maschine von der Startbahn ab.

Wir müssen gleich links ab nach Karlshöfen und von dort weiter nach Finkenwerder, wo wir dann schon mit dem Landeanflug beginnen“, lässt Zeidler von hinten verlauten. Eine Checkliste wird gereicht und abgearbeitet. Das Fahrwerk muss eingefahren werden und anschließend geht es darum, nach Erreichen der Flughöhe, das Flugzeug „einfach nur geradeaus“ zu fliegen. Zur allgemeinen Überraschung meistert Sebastian die Aufgaben mit Bravour, wie auch unser Instruktor anerkennen muss. Wetter und Sicht sind allerdings auch hervorragend. „Je nach Wunsch können wir auch Turbulenzen, Wolken, Schnee oder Gewitter einstellen“. Der Flug verläuft unspektakulär und als wir wenige Minuten später die Elbe erreichen, beginnt bereits der Landeanflug.

Plötzlich wird der Instruktor ein wenig aufgeregter. „Wir sind zu hoch“, sagt er. Sebastian muss versuchen, die Maschine rechtzeitig nach unten zu bringen. Noch 5000 Fuß ist auf dem Display abzulesen. An einigen Knöpfen wird gedreht, ein paar Korrekturen vorgenommen. 3000 Fuß. Noch immer ist die Maschine zu hoch – was wohl passiert wenn wir die Landung verpatzen? Diese Erfahrung machen wir aber nicht. Sebastian gelingt letztendlich eine souveräne Landung. Bremen – Hamburg in weniger als 30 Minuten. Respekt. Auch unser Instruktor ist ob der Praktikanten-Fähigkeiten in der Luft sichtlich beeindruckt. Und Sebastian selbst? „Hat Spaß gemacht“, so der 24-Jährige mit einem Lächeln, der den Simulator auf jeden Fall weiter empfehlen will. Und wo sonst kann man auch die Strecke Bremen – Sydney für weniger als 100 Euro und in gerade einmal 60 Minuten bewältigen?

Weitere Informationen unter flugsimulator-bremen.de.

Text: Sebastian Rother, Martin Märtens
Foto: M. Märtens

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