Neue Ausstellung im Focke Museum zeigt 90 Jahre Popgeshichte in Deutschland

 

Ab dem 30. September nimmt das Bremer Landesmuseum seine Besucher mit auf eine Zeitreise in ein spannendes Stück Musikgeschichte. „Oh Yeah! Popmusik in Deutschland“ heißt die  Sonderausstellung, die dienstags von 10 bis 21 Uhr und mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet hat. In Kooperation mit vier weiteren deutschen Museen in Frankfurt am Main, Berlin, Leipzig und Stuttgart entsteht eine multidimensionale Ausstellung.

Wie eine Radiosendung führt die Darbietung durch fast ein Jahrhundert Popmusik in Deutschland – vom Swing der 1920er-Jahre über die Beat-Ära, Punk, Neue Deutsche Welle, Techno und Hip Hop bis zu heutigen Stilrichtungen. Nicht nur die Entwicklungen in der Bundesrepublik, sondern auch das Geschehen in der Popgeschichte der DDR werden dabei beleuchtet.
Mit Kopfhörern ausgestattet tauchen Neugierige in die bunte Welt des Pop ein und können an Soundstationen Musiktitel, Radio- und Filmbeiträge anhören und anschauen. Gleichzeitig wird der Streifzug durch die Popgeschichte zu einer Reise in die eigene Vergangenheit. Die 200 Exponate zeigen nicht nur Hits, sondern auch Schlager, Kurioses und vergessene Schätze der Kultur. Aufteilen lassen sich die 90 Jahre Popmusik in die folgenden Epochen:

1927 bis 1933: In Berlin sprießen die ersten Nachtclubs aus dem Boden. Exzessiv feiert und tanzt man zu Swing und Charleston.

1946 bis 1959: Mit dem Soldatensender AFN hielt der „American Way of Life“ Einzug. Rock`n`Roll, Twist und Chewing Gum wurden zum Inbegriff des Lebensgefühls der Nachkriegszeit.

1960 bis 1974: Die Musikindustrie bediente die Sehnsucht nach heiler Welt. James Last startete seine Karriere in Bremen. Als erste deutsche TV-Sendung für junge Leute strahlte Radio Bremen ab 1965 den Beat Club aus.

1975 bis 1989: In Ost- und Westdeutschland entwickelt sich eine lebendige Punk-Szene und eine politisch engagierte Open-Air-Festival-Kultur. Die Neue Deutsche Welle erreichte ihren kommerziellen Höhepunkt.

1990 bis 2000: Kaum eine Dekade war musikalisch so vielfältig wie die 1990er-Jahre: Techno, Deutschrap, Schlager und Euro-Dance waren gleichzeitig in den Hitparaden. DJ Dr. Motte veranstaltete die erste Loveparade.

2000 bis 2016: Wir leben in der Cloud: Musik ist nicht mehr zum Anfassen und die verschiedensten Genres leben nebeneinander in schillernder Vielfalt.

Die sogenannte „Main Road“ bildet den Mittelpunkt der Ausstellung. Sie präsentiert den kulturellen Background der jeweiligen Epochen. Dort finden Musikliebhaber Plakate, Instrumente, Modeaccessoires, aber auch Filmausschnitte und Videos. Sound-Lounges laden zum Hören und Relaxen ein. 60 meist deutschsprachige Songs von Conny Froboess bis Rammstein ergänzen die Klangerlebnisse. In einem Backstagebereich können die Schaulustigen beim Anblick alter Platten- und CD-Cover sowie Plakate in Erinnerungen schwelgen. Ergänzt wird die Ausstellung durch die legendäre Beat-Club-Bühne, auf der Veranstaltungen und Konzerte die Atmosphäre der 1960er-Jahre wieder auferstehen lassen.