Cookasa bringt Fremde zum Kochen zusammen

Die eigene Küche mit vier bis acht fremden Menschen teilen, kochen und gemeinsam essen. Das hört sich im ersten Moment nicht für jeden nach einem spaßigen Abend an. Doch geht das Konzept von Cookasa, das genau dies verwirklicht, auf: Seit einem Jahr ist die Internetseite online, auf der Teilnehmer sich anmelden können. Seitdem haben bereits 2.000 Menschen in deutschen, österreichischen und schweizer Küchen zusammengefunden.

„Der Name Cookasa verbindet das englische Wort ‚cook‘, englisch für kochen und ‚casa‘ spanisch für Haus oder Zuhause. Es passt somit genau zu dem, was wir machen: Zuhause kochen“, fasst Cookasa-Gründer André Wollin zusammen. Das tun die meisten Menschen in ihrer Küche und doch gibt es bei den Cookasa-Events einen entscheidenden Unterschied: Der Gastgeber und die Gäste des Abends lernen sich erst beim Kochen kennen.

Und so funktioniert das Konzept der Koch-Party: Auf www.cookasa.de finden Interessenten eine Liste von Städten, in denen demnächst gekocht werden soll. Auf der Homepage kann man sich anmelden. „Einen Tag vor dem Event erhalten die Teilnehmer die Adresse des Gastgebers und die Kontaktdaten ihres Kochpartners“, erklärt der Bremer Wollin. Je zwei Personen kümmern sich dann beim Drei-Gänge-Menü um ein Gericht, für das sie das Rezept und die Zutaten mitbringen. „Die Kosten der Zutateneinkäufe werden unter den Gästen geteilt, der Gastgeber ist eingeladen“, so Wollin. Die Teilnahme an Cookasa-Events ist kostenlos.

Die Idee für das außergewöhnliche kulinarische Beisammensein kam dem Informatiker Wollin als er Ende 2011 eines abends mit einem Freund zusammensaß: „Uns war klar, dass es Menschen gibt, die viel besser kochen können als wir und dann kam noch der Gedanke des Teilens dazu: Im Internet wird ja heutzutage alles mögliche geteilt. Da haben wir uns die Frage gestellt: Warum nicht auch Küchen teilen?“.

Den ersten Cookasa-Abend haben die beiden Freunde über Facebook organisiert. „Doch das war auf Dauer nicht ideal, weil die User sehen konnten, wer noch teilnimmt. Das ist nicht der Sinn der Sache, denn so verabreden sich Freunde gezielt zu einem netten Abend und ‚die Neuen‘ sind schnell das fünfte Rad am Wagen“, so Wollin.

Deshalb war der Bremer froh, als er den Programmierer Sven Reher kennenlernte, der die Cookasa-Website erstellte. So kann sicher gestellt werden, dass die Teilnehmer erst kurz vor dem Event erfahren, wer ihr Kochpartner ist, um welchen Gang sie sich kümmern sollen und wo der kulinarische Abend stattfinden wird.

Um die „bunte Mischung“ an Teilnehmern nicht zu gefährden, werden diese vorab nicht selektiert. „Wir brauchen keinen Filtermechanismus. Es gab noch nie Probleme. Ganz im Gegenteil: Ich habe bislang nur positives Feedback erhalten“, sagt der Initiator, der selbst schon bei über 50 solcher Koch-Events mitgemacht hat. Grundsätzlich sei die Veranstaltung für alle geeignet, die gern kochen und neue Menschen kennenlernen wollen. „Es haben sich Paare bei uns kennengelernt, Praktikumsplätze wurden vermittelt und viele Freundschaften geschlossen“, fügt Wollin stolz hinzu.

Text: Edyta Brümmer

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